Wirkungen und Nebenwirkungen von Psychotherapie

Ein Beipackzettel für Psychotherapie wird an vielen Stellen gefordert, sehen Sie diesen bitte als einen ersten Versuch. Der Patient soll umfassend über den psychotherapeutischen Prozess, die Grundhaltung des Therapeuten und des Patienten informiert werden, damit die Behandlung den gewünschten Erfolg erzielt oder in dem einen oder anderen Fall rechtzeitig eine Überweisung zu einem anderen Fachkollegen oder in eine Klinik erfolgen kann.

Anwendung Kognitive Verhaltenstherapie
Bei einer Psychotherapie handelt es sich um komplexe Prozesse. Ziel ist es dem Patienten/Klienten neue Strategien an die Hand zu geben, damit er mit der belasteten Symptomatik/Störung/Problematik konstruktiver und förderlicher umgehen kann. Für eine Psychotherapie sollte der Patient/Klient sich Zeit nehmen und nicht extrem ausgelastet sein, eine Vor- und Nachbereitungszeit für den Patienten als auch für den Therapeuten ist dringend notwendig.

Der Psychologieprofessor Klaus GRAWE postulierte aufgrund umfassender Studienübersichten vier Wirkfaktoren für eine erfolgreiche Psychotherapie:

1. Ressourcenaktivierung (Nutzung der Stärken des Patienten und seines sozialen Umfelds)
2. Problemaktualisierung (Schwierigkeiten müssen in der Therapie real erlebt werden)
3. Aktive Hilfe zur Problembewältigung (Aktive Vermittlung und Einübung von neuen Bewältigungsstrategien)
4. Klärung von Problemen (Einsicht und Verstehen fördern)
zudem wird die Wichtigkeit der therapeutischen Beziehung und der weiteren Sozialbeziehungen des Patienten genannt.

Meine Arbeitsweise
In meiner psychotherapeutischen Arbeit bemühe ich mich, auch diese Wirkfaktoren zur Anwendung kommen zu lassen. Die Kognitive Verhaltenstherapie mit ihren vielfältigen Interventionstechniken ist ein Hauptteil meiner psychotherapeutischen Arbeit, die ich durch eine gesunde und praktische Lebensphilosophie mit vielfältiger Lebenserfahrung ergänze.

1. In diesem Arbeitsbündnis Psychotherapie sind von Bedeutung:

  • Die psychotherapeutische Behandlungstechnik
    (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie, Psychoananlyse, Gesprächspsychotherapie….)
    Hier möge sich auch der Patient/Klient befragen, was möchte ich, wie bin ich selbst strukturiert, will ich meine Kindheit aufarbeiten oder neue Strategien im Umgang mit der Belastung erlernen.
  • Die Persönlichkeit des Therapeuten
    klarstrukturiert, selbstsicher, direktiv, fordernd, einfühlsam, verständnisvoll, vorbereitet….
  • Die Persönlichkeit des Patienten
    -Struktur: perfektionistisch, zwanghaft, ängstlich…
    -Symptomatik/Störung: Ängste, Depressionen …. Zwänge
    -aktuelle Lebensumstände: Schulden, Belastungen in Familie und Beruf
    -Beziehungsnetzwerk: Unterstützung oder Gefährdung der Psychotherapie durch Angehörige oder Freunde

2. Zu diesem Arbeitsbündnis und zum Erfolg der Behandlung zählen ebenso:

  • Motivation
  • Pünktlichkeit zu den Sitzungen
  • Vor- und Nachbereitungen der Sitzungen
  • Durchführung von Übungen und Hausaufgaben
  • Sich-verstanden-fühlen
  • Arbeitsatmosphäre, Wellenlänge, die Chemie muss stimmen

3. In der Verhaltenstherapie geht es vorwiegend um Transparenz, das heißt der Patient/Klient wird in der Regel über die einzelnen Behandlungsschritte informiert, das Behandlungskonzept wird klar strukturiert vorgestellt. Sie erfahren, wie Sie durch Ihr eigenes Denken komplexe physiologische Reaktionen in bestimmten Situationen hervorrufen, die zu psychosomatischen Empfindungen wie z.B. Ängsten oder Depressionen führen und ein Vermeidungs- oder Rückzugsverhalten erwirken. In dieser Phase sehe ich mich in der Rolle eines Dozenten, der Ihnen ein Wissen über die Störungsmechanismen vermittelt. In der Veränderungsphase sehe ich mich in der Rolle eines Trainers, der Ihnen mitteilt, was Sie gezielt verändern können und was im Einzelnen trainiert werden sollte. Hier fordere ich von Ihnen und mache Ihnen auch Mut, wobei Sie selbstverständlich das Tempo der Veränderungen mitbestimmen. Destruktive Verhaltens- und Denkgewohnheiten sollen durch konstruktive und förderlichere Strukturen ersetzt werden und das funktioniert nicht allein durch Einsicht sondern zudem durch gezieltes Eintrainieren.

4. Eine Psychotherapie, welcher Therapieschule –art auch immer, ist kein Garant für die Auflösung der Symptomatik.
Studien über verschiedenste Psychotherapietechniken belegen, dass etwa 5-10 % eine Verschlechterung ihres Zustandes erleben, 15-25 % erzielen keine messbaren Fortschritte, ca. 30 % schließen ihre Psychotherapie nicht erfolgreich ab. Die Hintergründe und Ursachen wurden jedoch nicht angemessen untersucht. Ein Großteil profitiert dennoch durch die Psychotherapeutische Behandlung.

5. Misserfolg oder Zustandsverschlechterung
Wenn Sie bemerken, dass sich die Symptomatik verschlechtert oder nicht verändert, teilen Sie es bitte rechtzeitig mit, so dass nach den Ursachen geforscht werden kann. Meine Regel lautet, wenn sich bis zur 10. Sitzung nichts verändert hat, suchen Sie sich einen neuen Therapeuten oder wechseln Sie das Therapieverfahren. In vielen Fällen können die Ursachen für eine Nichtbesserung auch herausgearbeitet werden.

6. Nebenwirkungen
Hin und wieder kann ein Ergebnis der Psychotherapie zu Konsequenzen führen, die zunächst so nicht gewollt sind. Der Patient überträgt beispielsweise dem Therapeuten die Entscheidung für eigene Lebensbereiche und macht sich damit abhängig. Der Patient stärkt seine Willens- und Durchsetzungskraft, womit seine Umwelt (Partnerin, Kinder, Arbeitskollegen) zunächst nicht zu Recht kommt. Eine Patientin geht zur Therapie, weil sie sich in ihrer Familie total belastet fühlt, sie ist zwar Symptomträgerin aber die Hauptstörung liegt beispielsweise bei dem überaus sturköpfigen Ehepartner. Nebenwirkungen müssen direkt thematisiert werden. In einem anderen Fall kann die Störung ist so umfassend sein, dass eine stationäre Behandlung eingeleitet werden muss.

7. Wechselwirkungen
können sich ergeben aus psychotherapeutischen, medikamentösen und sozialen Interventionen, die je nach Auswirkungen ebenfalls angesprochen werden müssen. Bei bestimmter Störungsausprägung ist eine Medikation indiziert, wobei diese als Stütze betrachtet werden sollte, die nach Absprache mit dem behandelnden Arzt und dem Therapeuten eingesetzt oder auch langsam ausgeschlichen werden sollten.

8. Behandlungsfehler
sind Schäden, die durch eine unsachgemäße und fehlgeleitete Behandlung entstanden sind, wie z.B. sexuelle Übergriffe. Beenden Sie sofort die Psychotherapie, wenden Sie sich an den Patientenverband und suchen Sie sich einen Anwalt und führen Sie Klage.

9. Wirkung und Therapieerfolg
Von einem Therapieerfolg wird gesprochen, wenn der Patient deutlich zufrieden ist mit der Behandlung und eine deutlich signifikante Verbesserung der Symptomatik festgestellt wird. Nicht bei allen Störungen kann eine Verbesserung erreicht werden, bei bestimmten Störungen kann auch ein neues Umgehen mit der Erkrankung eine Erleichterung und Zufriedenheit erwirken.

10. Erwartungen an den Therapeuten
Ich gehe regelmäßig Fortbildungen nach, informiere mich über neue wissenschaftlich theoretisch und praktisch- fundierte Hintergründe und weiterführende Interventionsmethoden innerhalb der (kognitiven) Verhaltenstherapie und darüber hinaus greifende Therapiekonzepte. Kontinuierliche Intervision und Supervision sowie die eigene Beachtung meiner Psychohygiene gehören selbstverständlich dazu, die Einhaltung der Berufsordnung sowie die Zugehörigkeit zu den wichtigsten beruflichen Berufsverbänden.

11. Erwartungen an den Patienten
Von den Patienten erwarte ich eine kontinuierliche Mitarbeit innerhalb seiner Möglichkeiten. Das Arbeitsbündnis, zu dem vor allem Motivation, Pünktlichkeit, Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, die Durchführung der Hausaufgaben und Übungen zählen, halte ich für grundlegend erforderlich. Falls Sie diese nicht einhalten können und zum Symptombild gehören, erlernen Sie die notwendigen Strategien und erhalten Hilfestellung.

12. Grundhaltung Ihres Therapeuten
Ich begegne meinen Patienten und allen Menschen mit Respekt unabhängig ihrer persönlichen Lebens- oder Glaubenseinstellung. Mein Menschenbild ist sowohl rational als auch spirituell begründet.
Ich begreife den Menschen als :
- ein energetisches Wesen des Universums, das in der Lage ist seine Energien für ein förderliches und konstruktives Leben einzusetzen
- ein lernendes Wesen, das durch Einsicht und Übung zu neuen Lebenserfahrungen fähig ist
- ein Wesen, welches einzig in der Lage ist, sich selbst zu reflektieren
- als ein soziales Wesen, das den Bezug und die Begegnung mit seinesgleichen zur Entwicklung braucht
- eine Person, die jeweils einzigartig ist und jeweils besondere Fähigkeiten hat, die ihm nicht alle unmittelbar bewusst sind
- ein facettenreiches Individuum, das einzig über extrem viele Ebenen seine Potentiale ausschöpfen kann
- …..


Kurzinfo

 

 

 

  
 

Johannes Hoppe
Diplom-Psychologe

Psychologischer Psychotherapeut

Kognitiver Verhaltenstherapeut

Supervison